Psychotherapeutische Biografiearbeit
Prof. (FH) Dr. Martin J. Gössl
Strukturiert und bewusst sich mit den eigenen Erinnerungen auseinandersetzen; begleitet betrachten und befassen.
Auf die eigene Biografie zu blicken kann vielfältige Emotionen mit sich bringen. Da wechseln sich gerne einmal Freude und Zufriedenheit mit Nachdenklichkeit und Trauer ab. Vieles durfte schon in all seinen Facetten erlebt und abgeschlossen werden und dennoch drängt sich mitunter das Vergangene ganz ungefragt in den Alltag herein. Gerade in Phasen der innerlich-wahrgenommenen Zäsur (Geburt der Kinder oder Enkelkinder, Eintreten in den Ruhestand, Ableben eines geliebten Menschen, Veränderung der Wohnsituation, etc.) rückt das eigene Leben gerne ein wenig mehr ins Bewusstsein.
Erinnerungen - so wissen wir - sind nichts Statisches sondern lebendige Fragmente der eigenen Biografie; des Alltages.
Diese außergewöhnlichen oder ganz schlichten Bruchstücke individueller Begebenheiten können manchmal belastend oder ausgleichend wirken. Jedenfalls bleiben viele dieser inneren Bilder des Erlebten als Teil der eigenen Biografie spürbar und greifbar. Manchmal sind es wunderschöne Impressionen, ab und an eben nicht.
In der psychotherapeutischen Biografiearbeit wird der Fokus genau auf dieses Erleben von Vergangenheit in Zusammenspiel mit der Gegenwart gelegt. Hierbei soll einerseits dem Unausgesprochenem Raum zur vertrauensvollen Betrachtung gegeben werden, um der Schwere einer eigenen Trauer oder der Leichtigkeit von Freude Platz im Hier und Jetzt einzuräumen. Andererseits darf im Rahmen dieser Zusammenarbeit dem Erlebten eine Würdigung zuteil werden, wodurch das Wohlbefinden in der gegenwärtigen Situation gestützt werden kann. Das erklärte Ziel ist dabei, der eigenen Biografie gnädig und gütig zu begegnen um im aktuellen Leben größtmögliche Ausgeglichenheit zu ermöglichen.
Denn jeder Tag, egal in welchem Alter, ist eine weitere Episode voller Chancen und Möglichkeiten.
Prof. (FH) Dr. Martin J. Gössl
Als promovierter Zeithistoriker, Psychotherapeut (in Ausbildung unter Supervision, Systemische Psychotherapie) und Professor (FH) am Institut für Soziale Arbeit in Graz sind mir die Herausforderungen von Menschen und ihren Biografien im Wandel der Zeit ein besonderes Anliegen. Nichts im eigenen Erleben ist vergleichbar, keine Biografie ähnelt der anderen. Die Lebenswege sind dabei so vielfältig wie die Existenzen selbst und jede Zeit bringt ihre Zwänge, Grenzen und Herausforderungen mit sich. Genauso aber ist das Schöne, Gute und Wunderbare im Kontext historischer Verzweigungen und individueller Potentialanalysen zu entdecken. Genau das kann die Arbeit mit der eigenen Biografie zu bereichern.
Daraus ergibt sich für mich in meiner Haltung als Therapeut eine Wertfreiheit für das Gehörte und eine Empathie für das Geschaffene um gemeinsam die Möglichkeit von Gestaltung auszuloten und einen nachhaltigen Ausgleich mit der Vergangenheit zu ermöglichen. Wichtig bleibt dabei stets das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen zu verlieren um jene Sinngrenzen zu respektieren, die willentlich gezogen werden. Der gemeinsame, therapeutische Biografieprozess geht nur soweit, wie es für einen selbst in Ordnung erscheint.
Kosten
Die Kosten pro psychotherapeutischer Einheit (50 min) belaufen sich auf 120,00 Euro. Eine Rückverrechnung mit der Krankenkasse ist nicht möglich.
Kontakt
Jegliche Kontaktaufnahme und jede Sitzung unterliegen der Verschwiegenheit und Vertraulichkeit.
Prof. (FH) Dr. Martin J. Gössl
Telefon: 0043 699 1727 9314
Email: [email protected]
Die Sitzungen finden in "Die Grazer Praxis", Schumanngasse 25, 8020 Graz, statt.
Mitglied in der ÖAS (Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien).
"Denn unser Lebenslauf ist keineswegs schlechthin unser eigenes Werk, sondern das Produkt zweier Faktoren, nämlich der Reihe der Begebenheiten und der Reihe unserer Entschlüsse, welche stets ineinander greifen und sich gegenseitig modifizieren."
- Arthur Schopenhauer -